Warenkredit- und Kautionsversicherung in Zeiten der Corona-Krise
Fragen und Aussagen der Versicherer zum Thema Verlängerung von Zahlungszielen, Meldefristen, Obliegenheiten etc.

Kautionsversicherungen

ACHTUNG! „Kurzarbeit“ meldepflichtig in der KTV

04.05.2020: Bei den Kautionsversicherungen besteht für den Versicherungsnehmer grundsätzlich eine Meldepflicht gegenüber dem Versicherer, wenn es zu Veränderungen/Verschlechterungen der wirtschaftlichen Verhältnisse bzw. zu Vorgängen im Hause des Versicherungsnehmers kommt, welche für die Geschäftsentwicklung bedeutsam sind. Hierunter fällt auch die aufgrund der Corona-Pandemie aktuell vermehrt vorkommende „Kurzarbeit“.

Warenkreditversicherungen

ACHTUNG! Positionierung von Atradius Deutschland zur ablaufenden Bundesdeckung am 31.12.2020

17.09.2020: Aktuell werden die Gespräche im GDV mit allen Kreditversicherern wieder aufgenommen. Dem schließen sich die Gespräche mit der Bundesregierung an, in denen sich die Kreditversicherer über die Frage einer Fortführung der Bundesdeckung austauschen werden.

Aus heutiger Sicht ergeben sich 2 mögliche Szenarien:

1) Die Bundesdeckung wird nicht prolongiert und endet wie vertraglich vereinbart am 31.12.2020. In diesem Fall werden wir die Abnehmer mit Wirkung zum 1.1.2021, wie auch heute individuell prüfen, dann jedoch nicht mehr die Garantiezusage des Bundes in unsere Entscheidung einbeziehen. Sollte sich die Lage eines Abnehmers im Laufe des COVID19-Verlaufes so entwickelt haben, dass wir ein Limit reduzieren oder aufheben müssen, werden wir den betroffenen Kunden frühzeitig informieren und mit ihm gemeinsam Lösungen erarbeiten.

2) Die Kreditversicherer verlängern die Bundesdeckung. In diesem Fall behalten unsere unter Bundesdeckung laufenden Kreditlimite zunächst ihre Gültigkeit. Zukünftige Anpassungen erfolgen auf der Grundlage der in 2021 gültigen Vereinbarung.

Atradius ist sich der Bedeutung der Kreditversicherung im weltweiten Handel bewusst. Wir überwachen und bewerten weiterhin die Bonität der Abnehmer und übernehmen damit die wichtige Funktion der Risikonavigation. Hinsichtlich bestehender und neuer Deckungsvolumina prüfen wir wie gewohnt die Bonität des Unternehmens, an das die Lieferung gehen soll. Auf Grundlage der vorliegenden Risikoinformationen nehmen wir eine Risikobewertung vor und treffen eine Entscheidung dahingehend, ob und ggf. in welchem Umfang wir die Limite aufrecht erhalten und neue Limite übernehmen können. In Fällen besonders schlechter Bonitätsentwicklung kann es daher auch zu Limitstreichungen kommen. Diese Entscheidungen sind und bleiben auf den Einzelfall bezogen. Das gilt im Bestand genauso wie bei Anbahnungen.

ACHTUNG! Euler Hermes befristet Kreditlimite von bonitätsschwachen Unternehmen bis 31.12.2020

20.08.2020: Aufgrund des am Jahresende auslaufenden Schutzschirms wird Euler Hermes die Laufzeit von Versicherungssummen für Unternehmen mit schwachem Grade bis Ende 2020 befristen.

ACHTUNG! Teilweise Rücknahme der gewährten Erleichterungen zum 01. Juni 2020

01.06.2020: Die Kreditversicherer nehmen teilweise zum 01. Juni die im März / April gewährten Erleichterungen zurück, informieren Sie sich aktuell zu den jeweiligen Maßnahmen Ihres Versicherers im weiteren Verlauf dieser Seite.

22.04.2020 Anmerkung von GfK zum Schutzschirm (gemäß Information von Euler Hermes):

Der Schutzschirm bezieht sich auf Forderungen aus Lieferungen/Leistungen, die zwischen dem 01.01.2020 und 31.12.2020 erbracht wurden/werden. (Entscheidend ist der Zeitpunkt der Lieferung/Leistung). Geleistete Entschädigungszahlungen fallen nur unter die Garantie, sofern der Versicherungsfall (alle Arten) ab dem 01.03.2020 eintritt.

ATRADIUS

20.03.2020
(…) Um Ihnen und Ihren Abnehmern mehr Flexibilität im Hinblick auf die Vereinbarung von Zahlungsmodalitäten einzuräumen sowie auf eventuelle Zahlungsverzögerungen zu reagieren, ändern wir deshalb mit sofortiger Wirkung Ihren Kreditversicherungsvertrag:

  1. Zum einen verschieben wir Ihre Verpflichtung, uns über eine Überschreitung des maximalen Verlängerungszeitraums zu informieren sowie ein Inkassounternehmen mit dem Einzug überfälliger Forderungen zu beauftragen. Die Meldefrist von 30 Tagen für die Anzeige der Überschreitung des maximalen Verlängerungszeitraums sowie die Frist für die Übergabe zum Inkasso wird nunmehr auf 60 Tage verlängert.
  2. Ferner können die Versicherungsnehmer auch bei Ablauf des maximalen Verlängerungszeitraums ohne die vorherige Zustimmung durch Atradius verlängerte Zahlungsbedingungen vereinbaren, solange die angepassten Zahlungsbedingungen innerhalb der zuvor genannten 60 Tagesfrist bleiben.

Mit dem Schaubild wollen wir Ihnen noch einmal verdeutlichen, was die getroffenen Maßnahmen auf Ihre Vereinbarungen mit Ihren Abnehmern bedeuten.

Das 1. Schaubild gibt Ihnen einen Überblick über die zwischen uns ursprünglich geschlossenen Vereinbarungen.

Atradus Schaubild 1
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Das 2. Schaubild zeigt den Zeitstrahl mit den veränderten Terminen im Hinblick auf die angepassten Meldefristen mit Stand vom 20.03.2020.

Atradus Schaubild 2
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Bitte beachten Sie, dass trotz dieser beiden Änderungen die ursprüngliche Fälligkeit einer Forderung weiterhin maßgeblich für die Anwendung aller Versicherungsvertrags-bestimmungen ist. Dies gilt insbesondere für den maximalen Verlängerungszeitraum, die automatische Beendigung des Versicherungsschutzes und den Schadentag. Alle anderen Bedingungen und Bestimmungen Ihres Versicherungsvertrages bleiben unverändert.

Beide Änderungen gelten mit sofortiger Wirkung und bleiben bis auf weiteres für Forder-ungen in Kraft, bei denen der maximale Verlängerungszeitraum vor dem 1. September 2020 abläuft.

Anmerkung GfK: „Zu unserer Frage, ob grundsätzlich Versicherungsschutz (bzw. ein Entschädigungsanspruch) für Forderungsausfälle als Folge der Corona-Pandemie besteht, oder ob es diesbezüglich Ausschlüsse (in den Versicherungsverträgen von Atradius) gibt, möchte Atradius keine generelle Stellungnahme abgeben. Die Aussagen von Atradius gehen vielmehr dahin, dass man im Schadenfall den Einzelfall prüfen wird.“

09.04.2020

Muss der Versicherungsnehmer Kurzarbeit als meldepflichtigen Tatbestand anmelden?

Nein, die Tatsache, dass ein Unternehmen Kurzarbeit anmeldet, ist bis auf weiteres kein im Sinne der Police meldepflichtiger Tatbestand.

Was unternimmt Atradius, um die Prüfung und Auszahlung von Schäden in der bisherigen zügigen Art zu gewährleisten?

Die schnelle Abwicklung von Schadenmeldungen ist für unsere Kunden essentiell. Atradius hat sich deshalb auf einen möglichen Anstieg der Schadenmeldungen in Verbindung mit der Coronavirus Pandemie vorbereitet. So wurde das Fachpersonal im Bereich Schaden verstärkt und Prozesse gestrafft. Wir werden auch weiterhin jeden Schadenfall in Übereinstimmung mit den anwendbaren Versicherungsbedingungen bewerten. Bei der Bewertung berücksichtigen wir alle Begleitumstände des Schadens. Dazu gehören auch die vertraglichen Abreden zwischen dem Versicherungsnehmer und seinen Abnehmern oder anwendbare Rechtsprechung.

Gilt die erweiterte 30-Tage-Frist auch für das automatische Wiederaufleben des Versicherungsschutzes?

Im Modul 17700.01 wurde die 30 Tage-Frist um 30 Tage verlängert. Somit lebt der Versicherungsschutz wieder auf, wenn innerhalb von 60 Tagen gezahlt wird. Bitte beachten Sie, dass die übrigen Versicherungsbedingungen unberührt bleiben.

Wie verhält es sich mit den Meldefristen, haben wir Beispiele?

Im Kundenschreiben vom 20. März 2020 haben wir den Versicherungsnehmer darüber informiert, dass die Meldefrist von 30 Tagen für die Anzeige der Überschreitung des maximalen Verlängerungszeitraums sowie die Frist für die Übergabe zum Inkasso nunmehr auf 60 Tage verlängert wird. Ferner können die Versicherungsnehmer auch bei Ablauf des maximalen Verlängerungszeitraums ohne die vorherige Zustimmung durch Atradius verlängerte Zahlungsbedingungen vereinbaren, solange die angepassten Zahlungsbedingungen innerhalb der zuvor genannten 60 Tagesfrist bleiben.

Wenn also zum Beispiel der maximale Verlängerungszeitraum 60 Tage betragen sollte, dann verlängern wir die Frist für die Anzeige der Überschreitung des maximalen Verlängerungszeitraums sowie die Frist für die Übergabe zum Inkasso nunmehr auf 60 Tage. Das bedeutet, dass der Versicherungsnehmer praktisch 120 Tage Spielraum für eine Zahlungszielverlängerung hätte.

Was passiert, wenn bestehende Kunden, für die der Versicherungsnehmer jetzt noch Aufträge fährt, aufgrund der jetzigen Pandemie in Zahlungsschwierigkeiten kommen?

Der Versicherungsnehmer soll uns informieren, sofern einer seiner Kunden bzgl. der weiteren Abwicklung von vorliegenden Aufträgen aufgrund der jetzigen Pandemie auf den Versicherungsnehmer zukommt. Wir werden dann vor dem Hintergrund der geltenden Bedingungen und Bestimmungen des Versicherungsvertrages eine Beurteilung vornehmen und uns über den individuellen Fall mit dem Versicherungsnehmer austauschen, um gemeinsame Schritte zur Schadenminderung abzustimmen.

Was passiert im Falle von Rücklastschriften?

Atradius hat mit dem Versicherungsnehmer in der Police eine Frist für die Meldung von Rücklastschriften vereinbart. Diese Meldefrist erweitern wir in der Coronavirus-Krise um weitere 30 Tage. Wenn also zum Beispiel laut Ihrem Vertrag die Frist für die Meldung von Rücklastschriften 5 Tage beträgt, ist diese somit nunmehr erweitert auf 35 Tage.

COFACE

Im Anschluss an die von mehreren europäischen Regierungen ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen im Zuge der Corona-Virus Epidemie hat Coface beschlossen, Sie bei der Erleichterung der Verwaltung Ihrer Policen in dieser außergewöhnlichen Zeit zu unterstützen.

Wir informieren Sie daher, dass die Frist für die Benachrichtigung über überfällige Konten (Notification of Overdue Account, NOA), wie sie in Ihren Vertragsbedingungen definiert ist, um weitere 60 Tage verlängert wird. Wir möchten Sie daran erinnern, dass ungeachtet der oben genannten Verlängerung die allgemeinen Grundsätze unserer Politik hinsichtlich eines sorgfältigen Risikomanagements gelten. Insbesondere bleiben die Verpflichtungen in Bezug auf Risikovermeidung und Schadensbegrenzung weiterhin gültig.

Darüber hinaus führt Coface eine größere Flexibilität innerhalb Ihrer vertraglichen Obliegenheit im Bezug die Fälligkeiten von Prämien- und Gebührenabrechnungen ein.

Diese Maßnahmen sind mit sofortiger Wirkung anwendbar.

Wir hoffen aufrichtig, dass dieses Vorgehen Sie im Management Ihrer Geschäfte unterstützt, während Sie in dieser beispiellosen Situation weiterhin angemessene Risikoentscheidungen treffen.

Anmerkung GfK: „Mit dem Schaubild wollen wir Ihnen exemplarisch noch einmal verdeutlichen, was die getroffenen Maßnahmen auf Ihre Vereinbarungen mit Ihren Abnehmern bedeuten.“

Coface Schaubild
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01.06.2020 Für Versicherungsnehmer mit Sitz in diesen Ländern endet die um 60 Tage verlängerte Meldefrist!

Mit Beginn der Eindämmungsmaßnahmen im Zuge der Pandemie, haben wir mehr Flexibilität in der Vertragsverwaltung gewährt, um potenziellen Schwierigkeiten innerhalb der Vertragsverwaltung Ihrer und unserer gemeinsamen Kunden Rechnung zu tragen:
– Die Frist für die Benachrichtigung über überfälliger Zahlungen (NOA) wurde um 60 Tage verlängert.
– Verspätete Zahlungen von Prämien würden innerhalb bestimmter Grenzen toleriert.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung und den vorsichtigen Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen und Wiederaufnahme sowie Öffnung der lokalen Geschäftstätigkeiten, sind unsere Kunden nun wieder in der Lage, einen üblichen Verwaltungsbetrieb aufzunehmen.

Damit sind für uns die Voraussetzungen für eine Rückkehr zu unseren normalen Vertragsbedingungen wieder gegeben.

Das befristete Flexibilitätspaket endet daher für folgende Länder am 31. Mai 2020:
– Österreich
– Belgien
– Tschechische Republik
– Frankreich
– Deutschland
– Ungarn
– Niederlande
– Slowakei
– Schweiz

Ab dem 1. Juni gelten wie gewohnt die Standardbedingungen unserer gemeinsamen Kundenpolitik. In der Praxis bedeutet das:
– Alle überfälligen Zahlungen, die ab dem 1. Juni gemeldet werden, müssen den Standardbedingungen der jeweiligen Versicherungspolice folgen. Für eine überfällige Zahlung, die bis spätestens 31. Mai gemeldet werden sollte, bleibt die volle 60-tägige Fristverlängerung bestehen.
– Eine Prämie, die am 1. Juni oder später zur Zahlung fällig wird, muss gemäß den Standardvertragsbedingungen bezahlt werden.

Für andere Länder läuft das befristete Flexibilitätspaket zu diesen Zeitpunkten aus:
1. Juli für alle Länder mit Ausnahme der Länder in der Region der Asien-Pazifik (APR)
1. August für Länder in der Region Asien-Pazifik (APR)

Für Versicherungsnehmer mit Sitz in welchen Ländern gilt die um 60 Tage verlängerte Meldefrist aktuell?

Coface List of Countrys

Einstellung TopLiner

Unter den derzeitigen wirtschaftlichen Umständen aufgrund der Covid-19-Krise haben wir beschlossen, die Verfügbarkeit unserer TopLiner-Deckung vorübergehend auszusetzen. Diese Aussetzung wird ab Montag, dem 6. April, in Kraft treten.

Als Folge davon werden keine weiteren TopLiner ( Module/Optionen ) mehr herausgegeben.

Außerdem werden keine weiteren Anfragen für TopLiner-Deckungen/TopLiner Limite von uns geprüft und keine TopLiner-Deckungen/TopLiner-Limite mehr angeboten.

Alle gültigen TopLiner-Deckungen/TopLiner-Limite bleiben bis zu ihrem jeweiligen Ablaufdatum aktiv.

Ist der Versicherungsschutz bei Vorliegen von Maßnahmen oder Entscheidungen von Hoher Hand, die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie erfolgen, ausgeschlossen?

Sofern staatliche Maßnahmen oder Entscheidungen von Hoher Hand im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vorliegen, sind deren Auswirkungen im konkreten Einzelfall sowohl im Hinblick auf die Maßnahme, als auch deren Folgen zu prüfen. Aufgrund der Vielzahl der derzeit bestehenden und ggfs. künftig noch kommenden staatlichen Maßnahmen lässt sich eine pauschale Aussage an dieser Stelle nicht treffen.
08.05.2020 Ergänzung:
Beruht der Versicherungsfall der Insolvenz (oder – falls versichert – der Nichtzahlung) des Abnehmers auf den im Inland staatlich angeordneten Schließungen von Verkaufsstellen des Einzelhandels und den daraus resultierenden Liquiditätsproblemen des Abnehmers, ist der Versicherungsschutz nicht ausgeschlossen. Auch eine diesbezügliche Meldung ist aktuell nicht erforderlich

Ist der Versicherungsschutz vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie unter Berufung auf Höhere Gewalt ausgeschlossen?

Die Corona-Pandemie stellt keinen generellen Ausschlussgrund wegen oder im Zusammenhang „Höhere Gewalt“ dar. Unsere Versicherungsverträge kennen den Begriff „Höhere Gewalt“ als Risikoausschluss als solchen nicht.
Der Begriff der Höheren Gewalt ist in jeder Rechtsordnung unterschiedlich definiert, d.h. unterliegt unterschiedlichen Voraussetzungen und hat unterschiedliche Rechtsfolgen. Es ist daher Sache des Versicherungsnehmers im Einzelfall zu prüfen, ob und welche Auswirkungen die Corona-Pandemie in diesem Zusammenhang auf seine Lieferbeziehung und somit mittelbar ggfs. auf den Versicherungsschutz hat.
08.05.2020 Ergänzung:
Im Rahmen der Versicherungsverträge sind bestehende, unbestrittene und durchsetzbare Forderungen versichert. Wenn der Abnehmer sich im Rahmen der Lieferbeziehung auf „Höhere Gewalt“ beruft und dies dazu führt, dass eine Forderung entweder nicht (mehr) besteht, nicht mehr unbestritten ist oder nicht durchsetzbar ist, dann besteht bis zur Klärung des Bestandes der Forderung, des Bestreitens bzw. der Durchsetzbarkeit auch kein Anspruch auf Entschädigungsleistung.

Ist der Versicherungsschutz ausgeschlossen, weil die Corona-Pandemie als eine Naturkatastrophe im Sinne des Versicherungsvertrags anzusehen ist?

Die Corona-Pandemie fällt nicht unter den Begriff der Naturkatastrophen, die in unseren Versicherungsverträgen – soweit enthalten – als natürliche Umweltereignisse, wie z. B. Vulkanausbruch, Erdbeben, Flutwelle, Taifun oder Überschwemmung definiert sind.

Ist die Einführung der Kurzarbeit als gefahrenerhöhender Umstand im Sinne unserer Vertragswerke zu melden?

Unter den aktuellen Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie werden wir uns aufgrund der Einführung von Kurzarbeit nicht auf einen gefahrerhöhenden Umstand berufen. Eine Meldung diesbezüglich ist aktuell nicht erforderlich. Dies gilt auch, soweit bereits eine entsprechende Meldung abgegeben wurde oder nach dem 01.03.2020 hätte abgegeben werden müssen.
Dies gilt befristet bis zum 30.06.2020.
Alle weiteren gefahrerhöhenden Umstände sind selbstverständlich weiterhin meldepflichtig.

Wege zur Limitrevision

Das essenzielle Ziel des Schutzschirms ist die Aufrechterhaltung von Limiten für Unternehmen, die durch die Pandemie in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind. Nicht im Fokus hingegen stehen die Unternehmen, die bereits vor der Corona Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren.

Leider kann es vorkommen, dass entgegen dieser Übereinkunft Limite reduziert oder aufgehoben werden, die eigentlich durch den Schutzschirm geschützt sein sollten. Natürlich möchten wir dort, wo möglich, zügig für die nötige Korrektur sorgen. Um dieses optimal und zeitnah zu gewährleisten, bitten wir Sie ein Template zu nutzen, das Sie durch diesen Link aufrufen können. 
Geben Sie uns die betroffenen Limite auf und senden Sie das Template an Ihren begleitenden Makler – die GfK. Die GfK wird Sie dann bei der Umsetzung begleiten und unterstützen.

Bitte unterstützen Sie uns dabei die Limite dem tatsächlichen Bedarf anzupassen!

Im Anschluss an die von mehreren europäischen Regierungen ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen im Zuge der Coronavirus-Epidemie hat Coface beschlossen, Sie mit der Erleichterung der Verwaltung Ihrer Polizzen in dieser außergewöhnlichen Zeit zu unterstützen. Diese Regelung gilt mit sofortiger Wirkung für alle Coface-Versicherten in Österreich.

Wir informieren Sie daher, dass die Frist für die Benachrichtigung über überfällige Forderungen (Notification of Overdue Account, NOA), wie sie in Ihren Vertragsbedingungen definiert ist, um weitere 60 Tage verlängert wird. Wir möchten Sie daran erinnern, dass ungeachtet der oben genannten Verlängerung die allgemeinen Geschäftsbedingungen hinsichtlich eines sorgfältigen Risikomanagements gelten. Insbesondere bleiben die Verpflichtungen in Bezug auf Risikovermeidung und Schadensbegrenzung weiterhin gültig.

01.06.2020 Aufhebung der NOA Fristverlängerung

Aufgrund der aktuellen Entwicklung und den vorsichtigen Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen, sowie der Wiederaufnahme und Öffnung der lokalen Geschäftstätigkeiten, sind unsere Kunden nun wieder in der Lage, einen üblichen Verwaltungsbetrieb aufzunehmen.

Damit sind für uns die Voraussetzungen für eine Rückkehr zu unseren Standardbedingungen lt. Versicherungsvertrag wieder gegeben.

 

Diese befristete Erleichterung endet daher für folgende Länder am 31. Mai 2020:

  • Österreich
  • Belgien
  • Tschechische Republik
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Ungarn
  • Die Niederlande
  • Slowakei
  • Schweiz

 

Ab dem 01. Juni 2020 gelten somit wieder wie gewohnt die Standardbedingungen lt. Versicherungsvertrag. In der Praxis bedeutet das:

  • Alle überfälligen Forderungen, die ab dem 01. Juni 2020 gemeldet werden, müssen den Standardbedingungen des jeweiligen Versicherungsvertrages folgen. Für eine überfällige Forderung, die bis spätestens 31. Mai 2020 gemeldet werden sollte, bleibt die volle 60-tägige Fristverlängerung bestehen.

 

Für die oben nicht aufgelisteten Länder läuft diese befristete Erleichterung zu folgenden Zeitpunkten aus:

  • Juni 2020 für alle Länder mit Ausnahme der Länder in der Asien/Pazifik-Region (APR)
  • Juli 2020 für Länder innerhalb der Asien/Pazifik-Region (APR)

Besteht grundsätzlich Versicherungsschutz (bzw. ein Entschädigungsanspruch) für Forderungsausfälle aufgrund von Insolvenz bzw. Protracted Default, jeweils als direkte Folge der Corona-Pandemie, oder gibt es diesbezüglich Ausschlüsse (z.B. in den AVB)?

Ja, der Versicherungsschutz besteht. Wir übernehmen im Zuge unserer Polizzen gegen Zahlung der vereinbarten Prämie seitens des Versicherungsnehmers das Risiko der Nichtzahlung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im in der Polizze angeführten Umfang (diese sind Insolvenz und protracted default). In unseren derzeit gültigen AVBs gibt es keinen direkten Ausschluss in Bezug auf Ereignisse wie das nunmehrige Corona Virus. (Höhere Gewalt wäre in den AVB ausgeschlossen, kommt bei Corona Virus jedoch nicht zum Tragen.)

Allerdings: Im Falle von Schäden müssen wir die Situation unter Berücksichtigung aller damit verbundenen Tatsachen jeweils im Einzelfall beurteilen. Die Forderung darf (unter anderem und wie den Versicherungsnehmern und Brokern bekannt ist) nicht bestritten sein. Wenn der Endabnehmer=Kunde nunmehr gegen die Kaufpreisforderung allenfalls einen Einwand aufgrund eines Ereignisses höherer Gewalt, die gegebenenfalls im Kaufvertrag mit dem Kunden sehr wohl enthalten ist, vorbringt, so ist jedenfalls durch genaue Prüfung der Polizze zu klären, ob nicht unter Umständen diese Lieferforderung als bestrittene Forderung eingestuft werden sollte und in weiterer Folge zur Aussetzung des Versicherungsschutzes führen würde.

Die Versicherungsnehmer erhalten vermehrt Anfragen ihrer Abnehmer nach Zahlungszielverlängerungen (Tendenz steigend). Dürfen die Versicherungsnehmer vor dem besonderen Hintergrund Zahlungszielverlängerungen genehmigen, welche über die im Vertrag bzw. den AVB genannten Möglichkeiten der Zahlungszielverlängerungen hinaus gehen, ohne im Einzelfall jeweils die Genehmigung Ihres Hauses hierfür einholen zu müssen? Falls ja, bis zu welchem Zeitraum wären Zahlungszielverlängerungen möglich?

Generelle Zahlungszielverlängerungen sind aktuell nicht vorgesehen; wir raten auch generell von diesen ab. Unsere langjährigen Erfahrungen zeigen, dass aus Risikosicht ein früheres Einschreiten die Chancen deutlich erhöht, zumindest Teilrückflüsse zu erzielen, womit der Versicherungsnehmer (Stichwort Selbstbehalt) und der Versicherer (versicherte Summe) zumeist generell und gegenüber 3. Parteien ein besseres „Standing“ vorweisen.

Sollten Zahlungszielverlängerungen sinnvoll erscheinen, so muss dies auf Einzelbasis im konkreten Anlassfall thematisiert werden. In solchen Fällen sollen die Versicherungsnehmer / Makler auf uns rechtzeitig mittels EDD zukommen, damit wir als Coface uns in dem jeweils individuellen Fall ansehen können, wie wir das handhaben hierbei. Kommunikation über EDD im CofaNet (wie gehabt). Achtung: Im Falle der EDD beträgt die Meldefrist für überfällige Forderungen (NOA) bei EDD + 30 Tage, hier gibt es keine Veränderung!

Ausgehend von den ursprünglich vereinbarten Fälligkeiten wird es zwangsläufig zu einem deutlichen Anstieg an Überfälligkeitsmeldungen, Inkassoaufträgen und Schadenmeldungen kommen. Damit verbunden wäre natürlich auch ein deutlicher Anstieg an Entschädigungsleistungen. Gibt es Überlegungen bzw. eine grundsätzliche Bereitschaft Ihres Hauses, die Fristen für die Überfälligkeitsmeldung, den Inkassoauftrag und die Schadenmeldung vorübergehend generell (z.B. um einige Wochen) zu verlängern, um somit einen drastischen Anstieg solcher Meldungen zu verhindern?

Die Meldefrist für Überfällige Forderungen (NOA) wurde nunmehr von 30 auf 90 Tage erhöht (siehe dazu bitte auch die separate Aussendung im Anhang). Diese Regelung gilt auch für mitversicherte Gesellschaften bzw. Gesellschaften mit lokale Polizzen im Rahmen eines Programms, die IN DEN DEFINIERTEN LÄNDERN (siehe bitte Liste im Anhang) ihren Sitz haben.

Einstellung TopLiner

Unter den derzeitigen wirtschaftlichen Umständen aufgrund der Covid-19-Krise haben wir beschlossen, die Verfügbarkeit unserer TopLiner-Deckung vorübergehend auszusetzen. Diese Aussetzung wird ab Montag, dem 6. April, in Kraft treten.

Als Folge davon werden keine weiteren TopLiner ( Module/Optionen ) mehr herausgegeben.

Außerdem werden keine weiteren Anfragen für TopLiner-Deckungen/TopLiner Limite von uns geprüft und keine TopLiner-Deckungen/TopLiner-Limite mehr angeboten.

Alle gültigen TopLiner-Deckungen/TopLiner-Limite bleiben bis zu ihrem jeweiligen Ablaufdatum aktiv.

Ist der Versicherungsschutz ausgeschlossen, weil die Corona-Pandemie als eine Naturkatastrophe im Sinne des Versicherungsvertrags anzusehen ist?

Die Corona-Pandemie fällt nicht unter den Begriff der Naturkatastrophen, die in unseren Allgemeinen Bestimmungen – soweit enthalten – als natürliche Umweltereignisse, wie z.B. Vulkanausbruch, Erdbeben, Flutwelle, Taifun oder Überschwemmung definiert sind. Sohin bleibt der Versicherungsschutz weiterhin aufrecht, wenn eine allfällige Nichtzahlung aufgrund der Corona-Pandemie verursacht wurde.

Ist der Versicherungsschutz vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie unter Berufung auf Höhere Gewalt ausgeschlossen?

Die Corona-Pandemie stellt keinen generellen Ausschlussgrund wegen oder im Zusammenhang mit „Höherer Gewalt“ dar. Unsere Allgemeinen Bestimmungen kennen den Begriff „Höhere Gewalt“ als Ausschluss des Versicherungsschutzes nicht.

Der Begriff der „Höheren Gewalt“ ist in jeder Rechtsordnung unterschiedlich definiert, d.h. unterliegt unterschiedlichen Voraussetzungen und zieht sohin auch unterschiedliche Rechtsfolgen nach sich. Es ist daher Sache des Versicherungsnehmers, im Einzelfall zu prüfen, ob und welche Auswirkungen die Corona-Pandemie in diesem Zusammenhang auf seine Lieferbeziehung und somit mittelbar ggfs. auf seinen individuellen Versicherungsschutz hat.

Ist der Versicherungsschutz bei Vorliegen von staatlichen Maßnahmen oder Entscheidungen, die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie erfolgen, ausgeschlossen?

Sofern staatliche Maßnahmen oder Entscheidungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vorliegen, sind deren Auswirkungen im konkreten Einzelfall sowohl im Hinblick auf die Maßnahme als auch deren Folgen zu prüfen. Aufgrund der Vielzahl der derzeit bestehenden und ggfs. künftig noch kommenden staatlichen Maßnahmen und Entscheidungen lässt sich eine pauschale Aussage an dieser Stelle nicht treffen.

Ist die Einführung der Kurzarbeit oder die Inanspruchnahme von staatlichen Hilfspaketen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie als gefahrenerhöhender Umstand im Sinne unserer Vertragswerke zu melden?

Unter den aktuellen Rahmenbedingungen betrachten wir die Einführung von Kurzarbeit und/oder die Inanspruchnahme von staatlichen Hilfspaketen bei den Kunden unserer Versicherungsnehmer als keinen gesonderten und somit meldepflichtigen gefahrenerhöhenden Umstand.

Allerdings: Sollte der Versicherungsnehmer über spezifische Informationen verfügen oder über Ereignisse in Bezug auf seine Kunden Bescheid wissen, die nicht öffentlich sind und die darauf hinweisen, dass der Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen kann (genauere Information zu Liquiditätsproblemen, verspätete Zahlungen usw.), so sind diese im Sinne der Vertragswerke unverändert als gefahrenerhöhender Umstand meldepflichtig.

Welche Maßnahmen trifft Coface, um auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu reagieren?

Die derzeitige Situation ist ohne historischen Vergleich, mit mehr als der Hälfte der Weltpopulation in Quarantäne. Es ist eine Krise, die fast alle Länder und alle Wirtschaftssektoren beeinflusst. Als Kreditversicherungsinstitut ist es unsere Aufgabe, unsere Versicherungsnehmer zeitgerecht über mögliche Bedrohungen zu informieren, die zu Ausfällen ihrer Zahlungen führen könnten. Wir treffen Entscheidungen über die Übernahme von Forderungsausfallsrisiken von Fall zu Fall und betrachten die Geschehnisse mit einem dynamischen und zielgerichteten Ansatz.

Unsere Vertriebs- und Kreditprüfungs-Abteilungen sind bestrebt, unseren Versicherungsnehmern durch diese Krise zu helfen und über Maßnahmen bzw. die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation zeitnah zu informieren.

Gerne informieren wir Sie, dass

  • Die Meldefrist für überfällige Forderungen, so wie sie in Ihrem Kreditversicherungsvertrag

definiert ist, um zusätzlich 60 Tage verlängert wird

  • Wenn Ihr Vertrag nebst der Meldefrist für überfällige Forderungen zusätzlich eine separate

Interventionsfrist beinhaltet, werden beide Fristen um 60 Tage verlängert 

  • Bei einer von Coface gewährten Zahlungszielverlängerung, bleibt die Meldefrist für überfällige

Forderungen hingegen unverändert bei 30 Tagen ab dem neu vereinbarten Zahlungsziel.

Ungeachtet dieser Erweiterung bleiben die allgemeinen Vertragsgrundsätze eines sorgfältigen Risikomanagements weiterhin bestehen, insbesondere die Verpflichtungen in Bezug auf Risikoprävention und Schadensbegrenzung. Diese zusätzliche Flexibilität der verlängerten Meldefrist ist mit sofortiger Wirkung und bis auf Widerruf gültig. Sie gilt für Versicherungsnehmer in den folgenden Ländern, in welchen aufgrund der Eindämmungsmassnahmen Verzögerung zu erwarten sind:

  • Österreich, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Kanada, Tschechien, Ecuador, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Lettland, Litauen, Niederlande, Portugal, Polen, Rumänien, Slowakei, Spanien, Schweiz und USA.

Sollten weitere Länder in diese Liste aufgenommen werden, werden wir Sie entsprechend informieren.

Für Versicherungsnehmer mit Sitz in welchen Ländern gilt die um 60 Tage verlängerte Meldefrist aktuell?

Reaktion Versicherer Corona Krise 1

Einstellung TopLiner

Unter den derzeitigen wirtschaftlichen Umständen aufgrund der Covid-19-Krise haben wir beschlossen, die Verfügbarkeit unserer TopLiner-Deckung vorübergehend auszusetzen. Diese Aussetzung wird ab Montag, dem 6. April, in Kraft treten.

Als Folge davon werden keine weiteren TopLiner ( Module/Optionen ) mehr herausgegeben.

Außerdem werden keine weiteren Anfragen für TopLiner-Deckungen/TopLiner Limite von uns geprüft und keine TopLiner-Deckungen/TopLiner-Limite mehr angeboten.

Alle gültigen TopLiner-Deckungen/TopLiner-Limite bleiben bis zu ihrem jeweiligen Ablaufdatum aktiv.

CREDENDO

In Anbetracht der derzeitigen Umstände sind wir bemüht, unsere Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse so schnell und so weit wie möglich zu vereinfachen und zu beschleunigen. Das beinhaltet auch eine möglichst „unbürokratische“ Handhabung von Geschäftsvorfällen, welche durch die Folgen der Ausbreitung des Corona Virus verstärkt werden bzw. erst entstehen. Einen grundsätzlichen Verzicht auf Ansprüche dürfen wir – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Krise – aus aufsichtsrechtlichen Gründen nicht aussprechen. Wir müssen uns weiterhin die Prüfung im Einzelfall vorbehalten. Diese wird, wie bereits erwähnt – die aktuelle Situation angemessen berücksichtigen.

1.  Versicherungsschutz für Forderungsausfälle als Folge der Corona-Krise

Zunächst möchten wir feststellen, dass unser Wording Schäden, die durch den Ausbruch einer Epidemie oder Pandemie oder durch damit zusammenhängende oder dadurch entstehende Ereignisse verursacht werden, nicht explizit ausschließt, so wie es ggf. in anderen Versicherungsverträgen (Kreditversicherung oder andere) der Fall ist.

Auch ist unsere Definition von politischem Risiko oder diesem gleichgestellten Ereignissen eine offene Definition. Jedes Ereignis, das als höhere Gewalt eingestuft werden kann, fällt unter die Definition eines politischen Risikos oder diesem gleichstellten Ereignisses, sofern das Ereignis im Ausland stattfindet. Die Aufzählung von Ereignissen in unseren Allgemeinen Versicherungsbedingungen, die wir als politisches Risiko oder diesem gleichgestellte Ereignisse betrachten, ist nicht abschließend. Anders gesagt, auch wenn der Ausbruch einer Epidemie oder Pandemie nicht ausdrücklich in dieser Aufzählung genannt ist, kann dieser dennoch als politisches Risiko oder diesem gleichgestelltes Ereignis eingestuft werden.

Wir heben jedoch hervor, dass, wenn verschiedene Ereignisse den Schaden verursacht haben (manche stellen höhere Gewalt dar, andere sind direkt mit dem Debitoren selbst verbunden) oder wenn nicht eindeutig geklärt ist, was den Schaden verursacht hat, der Schaden nicht als durch politisches Risiko oder diesem gleichgestellte Ereignisse verursacht betrachtet wird. In diesem Fall kann der Schaden unter Nichtzahlung des Schuldners gedeckt werden, vorausgesetzt, es liegt eine offizielle Insolvenz vor oder der Schuldner ist nicht in der Lage, seinen Verpflichtungen nachzukommen, oder entzieht sich diesen Verpflichtungen ohne rechtmäßigen Grund.

In der Mehrzahl der Fälle gehen wir davon aus, dass der Debitor mit den Auswirkungen der allgemeinen Lage konfrontiert wird. Wenn der Abnehmer die Zahlung ohne rechtmäßigen Grund verweigert oder eine Insolvenz vorliegt, werden wir dies als Nichtzahlung des Schuldners betrachten, auch wenn diese indirekt durch die Coronavirus-Situation und die Maßnahmen zu deren Bekämpfung verursacht wurde. Der Schaden wird nicht als politisches Risko oder diesem gleichgestelltes Ereignis betrachtet werden.

Nach unserer Einschätzung werden Situationen, in denen der Schaden alleine durch ein politisches Risiko oder diesem gleichgestellte Ereignisse ausgelöst wird und wo kein Problem mit dem Debitoren selbst vorliegt, sehr selten vorkommen. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn der Abnehmer nicht insolvent und zahlungswillig ist, aber die Regierung Zahlungen blockiert (zum Beispiel um Devisenknappheit für die Wirtschaft des Landes zu vermeiden). Ein solcher Schaden wäre nicht gedeckt wenn nur Absicherung für Nichtzahlung des Abnehmers, aber nicht für politische Risiken oder diesen gleichgestellte Ereignisse  besteht.

Wenn also der Versicherungsvertrag Deckung sowohl für Nichtzahlung des Abnehmers als auch für politische Risiken und diesem gleichgestellte Ereignisse vorsieht, können nicht bezahlte Forderungen vorbehaltlich der Bestimmungen der Police entschädigt werden:

  • wenn der Abnehmer insolvent ist;
  • wenn der Abnehmer nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen oder sich diesen Verpflichtungen ohne rechtmäßigen Grund entzieht;
  • wenn der Abnehmer alles in seiner Macht stehende tut, aber ein politisches Ereignis ihn an der Zahlung hindert (z. B. weil die Regierung die Zahlungen blockiert): die Ursache ist ein reines politisches Risiko oder diesem gleichgestelltes Ereignis.

Wenn jedoch der Versicherungsvertrag Deckung nur für die Nichtzahlung des Abnehmers vorsieht, können nicht bezahlte Forderungen vorbehaltlich der Bestimmungen der Police entschädigt werden:

  • wenn der Abnehmer insolvent ist;
  • wenn der Abnehmer nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen oder sich diesen Verpflichtungen ohne rechtmäßigen Grund entzieht;
  • aber nicht wenn der Abnehmer alles in seiner Macht stehende tut, aber ein politisches Ereignis ihn an der Zahlung hindert (z. B. weil die Regierung die Zahlungen blockiert): die Ursache ist ein reines politisches Risiko oder diesem gleichgestelltes Ereignis.

 

2.  Genehmigung von Zahlungszielverlängerungen

Wir bestätigen hiermit, dass die Bedingungen um Zahlungsaufschübe (Artikel 9.1.3 Allgemeine Versicherungsbedingungen) zu gewähren, flexibler gestaltet sind. Die folgenden Bedingungen finden keine Anwendung mehr:

  • die Bedingung, dass der Schuldner innerhalb von 60 Tagen nach dem Fälligkeitsdatum den Zahlungsaufschub beantragen muss; und
  • die Bedingung, dass das neue Gesamtkreditziel nicht über die doppelte Laufzeit des ursprünglich gewährten Kreditziels hinausgehen darf.

Um alle Zweifel auszuräumen : Die Bedingung, dass das neue Gesamtkreditziel in keinem Fall 360 Tage übersteigen darf, kommt nach wie vor zur Anwendung.

 

3. Erweiterung der Meldefristen

Wir bestätigen hiermit, dass der normale Zeitrahmen um Ihre Versicherungsmeldungen gemäß Artikel 6.2.1 Allgemeine Versicherungsbedingungen durchzugeben, um einen weiteren Monat verlängert wird. Diese Regelung findet solange Anwendung, wie die Situation um das COVID-19 Virus es Ihnen nicht erlaubt, Ihre normale Geschäftstätigkeit wieder aufzunehmen.

Wir bestätigen hiermit, dass der normale Zeitrahmen um Ihre Drohschadensmeldungen gemäß Artikel 9.1.4 Allgemeine Versicherungsbedingungen durchzugeben, um einen weiteren Monat verlängert wird. Diese Regelung findet solange Anwendung, wie die Situation um das COVID-19 Virus es Ihnen nicht erlaubt, Ihre normale Geschäftstätigkeit wieder aufzunehmen.

 

21.07.2020

Verlängerte Frist für Drohschadenmeldung nur noch bis 31.08.2020:

Die Ausnahmeregelung der um einen Monat verlängerten Meldefrist für Drohschäden gilt ab dem 1. September 2020 nicht mehr (bezogen auf Forderungen, bei denen die „normale“ Meldefrist gemäß Kreditversicherungsvertrag nach dem 01.09.2020 abläuft).

Die Ausnahmeregelung für Zahlungsaufschübe bleibt jedoch bis auf Weiteres anwendbar.

Ist Kurzarbeit normalerweise ein meldepflichtiger Umstand sowohl in den WKV- als auch in den KTV-Produkten Ihres Hauses?

Wir als Credendo Short-Term Non-EU Risks bieten ausschließlich WKV-Produkte an. Hinsichtlich der KTV-Produkte wenden Sie sich bitte an unsere Kollegen von Credendo Excess & Surety in Neuss. Unter normalen Umständen wäre Kurzarbeit tatsächlich ein meldepflichtiger Umstand unter Artikel 4 unserer AVB. Normalerweise deutet Kurzarbeit auf eine schwierige Lage des Unternehmens selbst hin – unzureichende Auftragslage, schwierige Branchensituation…

Führt die Kenntnis von Kurzarbeit in der WKV zum automatischen Risikoausschluss?

Kurzarbeit könnte ein Element sein, dass uns zur Aussetzung oder Aufhebung eines Kreditlimits veranlasst, es gibt aber keinen Automatismus und es bleibt eine Fall-zu-Fall Betrachtung.

Verzichtet Ihr Haus ggf. wegen Corona vorübergehend auf diese Meldepflicht in der WKV und der KTV?

Ja – da sich aktuell viele Unternehmen angesichts der Coronakrise in Kurzarbeit befinden, erwarten wir derzeit nicht, dass uns unsere Versicherungsnehmer über diesen Umstand informieren. Sollte es Zahlungsverzüge geben, greifen natürlich die dafür vorgesehenen Meldepflichten. Auch besteht die grundsätzliche Obliegenheit, sich so zu verhalten, als sei man unversichert. Wenn der Versicherungsnehmer weiß, dass der Abnehmer in Kurzarbeit ist und aktuell keine oder nur eingeschränkte Geschäftstätigkeit ausübt, ist Vorsicht angebracht und der Versicherungsnehmer sollte keine Risiken eingehen, die er nicht eingehen würde, wenn er unversichert wäre.

 

21.07.2020

Verlängerte Frist für Drohschadenmeldung nur noch bis 31.08.2020

Die Ausnahmeregelung der um einen Monat verlängerten Meldefrist für Drohschäden gilt ab dem 1. September 2020 nicht mehr (bezogen auf Forderungen, bei denen die „normale“ Meldefrist gemäß Kreditversicherungsvertrag nach dem 01.09.20 abläuft).

Die Ausnahmeregelung für Zahlungsaufschübe bleibt jedoch bis auf Weiteres anwendbar.

EULER HERMES

24.03.2020:
Grundsätzlich gilt auch in Krisenzeiten, dass der Versicherungsnehmer seine vertraglichen Verpflichtungen bzw. Obliegenheiten erfüllen muss, um seinen Versicherungsschutz nicht zu gefährden. Nichtsdestotrotz möchten wir unsere Kunden auch in diesen Zeit bestmöglich unterstützen. Wir haben uns daher für nachfolgende, zusätzliche Erleichterungen für das operative Handling der Policen entschieden:

  • Möglichkeit zur Verlängerung von Zahlungszielen ohne vorherige Zustimmung seitens Euler Hermes um 60 Tage* sowie
  • Ausweitung der Frist zur Einreichung einer Forderung zum Inkasso um 30 Tage 

Die dargestellten Erleichterungen betreffen kumulierte Forderungen bis 500.000 Euro und haben vorerst eine Gültigkeit für Forderungen aus Lieferungen bis Ende Mai 2020. Über etwaige Verlängerungen der Maßnahmen halten wir Sie wie gewohnt informiert.​ (…)

*Die Verlängerung sollte für den Versicherungsnehmer, seinen Kunden als auch uns gegenüber im Schadenfall nachvollziehbar sein. Eine entsprechende schriftliche Dokumentation im Innenverhältnis mit dem Debitor ist zwingend notwendig. Das im Versicherungsschein dokumentierte Zahlungsziel kann durch Verlängerung überschritten werden, sofern nicht bereits gemäß der AVB eine Verlängerungsmöglichkeit um 60 Tage gegeben ist (z.B. WKV-M/ CA).

Wird Versicherungsschutz versagt, aus dem Grund, dass die Zahlungsunfähigkeit (bzw. Nichtzahlungstatbestand) eines Kunden eine Folge des Corona Virus darstellt?

Der Corona-Ausbruch stellt nach Ansicht von Euler Hermes keinen der in den AVB geregelten Ausschlussgründe wie den Eintritt einer Naturkatastrophe dar. Auch liegt keine „…Beeinträchtigung des Waren- und Zahlungsverkehrs durch Behörden oder staatliche Institutionen…“ vor, da eine solche Beeinträchtigung unmittelbar aus einem staatlichen Handeln und nicht nur mittelbar aus einer Quarantänemaßnahme resultieren müsste. Sofern die weiteren vertraglichen Voraussetzungen im Einzelfall erfüllt sind, besteht im Rahmen des Vertrages Versicherungsschutz.

Was passiert wenn die Firma eines Versicherungsnehmer, nachfolgend VN, unter Quarantäne gestellt wird und er seinen Zahlungsverpflichtungen (Prämien und Gebühren) nicht nachkommen kann?

Grundsätzlich gilt auch in Krisenzeiten, dass der VN seine vertraglichen Verpflichtungen bzw. Obliegenheiten erfüllen muss, um seinen Versicherungsschutz nicht zu gefährden. Die Rechtsfolgen der Nichtzahlung der Prämie sind dabei in §§ 37 – 39 VVG geregelt. Über einige Erleichertungen für kleine und mittelständische Unternehmen haben wir Sie im Vorherigen informiert. Natürlich beobachten wir parallel intensiv die derzeitige Situation aller unserer VN und die Schwierigkeiten mit denen diese zu kämpfen haben und sind derzeit in internen Abstimmungen wie wir im Einzelfall in diesen Situationen vorgehen werden.

Wie verhält es, wenn ein Kunde Ware nicht abnimmt, weil er seinen Betrieb wg. Covid-19 schließen muss. Besteht in diesem Fall Deckungsschutz im Rahmen der F-Risiko-Deckung für den VN?

Voraussetzung für eine Entschädigungsleistung im Rahmen der F-Risikodeckung ist regelmäßig die Insolvenz des Kunden (bzw. je nach Bedingungswerk auch das Vorliegen eines anderen Versicherungsfalls) oder die Aufhebung der auf den Kunden gezeichneten Versicherungssumme. Die Anordnung einer Betriebsschließung reicht hierfür regelmäßig nicht.

Werden Entschädigungen an den VN geleistet, wenn aufgrund von Covid-19 die Unternehmen keine Waren mehr erhalten und dadurch zahlungsunfähig werden?

Grundsätzlich besteht unsere Leistungspflicht nur für versicherte Forderungen, die aus vom VN erbrachten Warenlieferungen, Werk- oder Dienstleistungen resultieren und in Bezug auf die ein Versicherungsfall gemäß der Bestimmungen des Versicherungsvertrages eingetreten ist sowie die weiteren Voraussetzungen für den Versicherungsschutz erfüllt sind.

Gibt es in den Vertragsbedingungen bzw. AVB von Euler Hermes Passagen, welche Entschädigungen aufgrund Corona ausschließen, z. B. Unterbrechung der Warenströme durch politische Maßnahmen, Einfuhrverbote, o. Ä.?

Der Corona-Ausbruch stellt nach Ansicht von Euler Hermes keinen der in den AVB geregelten Ausschlussgründe wie den Eintritt einer Naturkatastrophe dar. Auch liegt keine „…Beeinträchtigung des Waren- und Zahlungsverkehrs durch Behörden oder staatliche Institutionen…“ vor, da eine solche Beeinträchtigung unmittelbar aus einem staatlichen Handeln und nicht  nur mittelbar aus einer Quarantänemaßnahme resultieren müsste. Sofern die weiteren vertraglichen Voraussetzungen im Einzelfall erfüllt sind, besteht im Rahmen des Vertrages Versicherungsschutz.

Wie verhält es sich, wenn ein Debitor aufgrund eines Verbotes der Fortführung seines Geschäftes keinen Geldeingang hat und demzufolge nicht mehr zahlen kann - Wie lautet der Tatbestand, Protracted Default oder politisches Risiko?

Im aktuellen Fall (Italien) greifen die Standard-Regelungen und das Politische Risiko findet keine Anwendung, da es für Länder der Grades AA-BB (also auch Italien) ausgeschlossen ist. Weiterhin handelt es sich im beschriebenen Fall nicht um einen grenzüberschreitenden Warenverkehr, sodass die Einfuhr von Ware (…Waren in das Land, in dem Ihr Kunde seinen Sitz hat, eingeführt…) nicht erfolgt. Da im beschriebenen Fall kein Grenzübertritt erfolgt (siehe oben) kann das politische Risiko sich nicht materialisieren. Daraus folgt auch, dass die Insolvenz ungeachtet der Betrachtung des politischen Risikos einen Schaden im Rahmen des Versicherungsvertrages darstellt.

Hat der Versicherungsnehmer im Fall von Limitaufhebungen für ganze Länder das Recht, nicht mehr durch Euler Hermes gedeckte Geschäfte anderweitig einzudecken?

Analog zu unseren Top-Up-Lösungen steht es dem Versicherungsnehmer frei, Forderungen gegenüber Kunden in einem Land, für das wir keinen Versicherungsschutz (mehr) zur Verfügung stellen, anderweitig abzusichern. Zur Zeit sind jedoch keine diesbezüglichen Maßnahmen auf Länder- oder Branchenebene geplant.

26.03.2020

Um Sie bestmöglich für die bevorstehenden Monate vorzubereiten, stellen wir Ihnen ab sofort folgende Erleichterungen und Instrumente im Umgang mit Ihrer Versicherung zur Verfügung:

  • Eine Verlängerung des Zahlungsziels kann bis zu 60 Tage ohne vorherige Abstimmung mit uns gewährt werden. Dies gilt ab sofort bis Ende Mai für kumulierte Forderungen bis 500’000 EUR oder entsprechender Betrag in CHF bzw. USD
  • Versicherungsnehmern im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen (bis 25 Mio. CHF Umsatz) gewähren wir einen Zahlungsaufschub für Prämien- und Gebührenforderungen bis Ende April. Auch wenn Sie eine automatisch ausgelöste Mahnung von uns erhalten, erwarten wir keine Reaktion oder Zahlung von Ihnen. Auf Anfrage beschleunigen wir die Auszahlung von bereits geprüften Schadensfällen.
  • Wir sichern Ihnen eine höchstmögliche Transparenz zu: Ab sofort können Sie kostenfrei bis Ende des Jahres alle Grades für Ihre versicherten Kunden über die Smart View Anwendung Ihres Eolis-Kundenportals einsehen. Die Freischaltung dieser Anwendung erfolgt sukzessiv.

Wir hoffen, dass diese Massnahmen Sie dabei unterstützen, flexibel auf eventuelle Zahlungsverzögerungen Ihrer Kunden zu reagieren. Durch die Gradeanzeige können Sie die Ausfallwahrscheinlichkeit Ihrer versicherten Forderungen und unsere Kreditentscheidungen zukünftig besser nachvollziehen

24.04.2020 – Maßnahmen zur Anpassung der Deckung von Euler Hermes Schweiz ab 27.04.20:

Die Coronakrise betrifft heute nicht mehr nur die chinesische Lieferkette. Mit den Sicherheits-, Hygiene- und Gesundheitsmassnahmen, die in der Schweiz und in ganz Europa umgesetzt wurden, erleben die meisten Unternehmen einen temporären, aber starken Rückgang des Umsatzes der Produktionskapazität oder sogar von beidem.

Die Regierungen ergreifen Massnahmen, die den wirtschaftlichen Schock sicherlich abmildern werden. Es besteht jedoch kein Zweifel in der Tatsache, dass die Situation die schwächsten Unternehmen, die bereits vor der aktuellen Krise anfällig waren, am meisten treffen wird.

Abgesehen von den Auswirkungen des wirtschaftlichen Schocks in der ersten Jahreshälfte, erwarten wir für die zweite Hälfte des Jahres 2020 einen starken Anstieg der Insolvenzen.

Angesichts der Verschärfung der Situation und der zu erwartenden anhaltenden Folgen kann Euler Hermes die Deckung, die in einem wesentlich günstigeren wirtschaftlichen Umfeld gewährt wurde, nicht aufrechterhalten. In der momentanen Lage müssen wir uns, wie jedes andere Unternehmen auf der Welt, anpassen. Bereits im vergangenen Jahr haben wir damit begonnen, unser Portfolio aufgrund des erwarteten Abschwungs im Jahr 2020 anzupassen. Wir beobachten und analysieren die Entwicklungen minutiös, um die Auswirkungen zu minimieren.

Ab Kalenderwoche 18 werden wir folgende Massnahmen zur Anpassung der Deckung ergreifen:

  • Aufhebung der Deckung für Schweizer Risiken mit Grade 7 und schlechter (auch für Grade NA)
  • Reduzierung um 50% der Deckung für alle Schweizer Risiken mit Grade 6 (ausgenommen deutsche Versicherungsnehmer)
  • Erhöhung des Selbstbehalts auf 40%, für Limiten auf Risiken mit Grade 5 und 6
  • Cap/Cap+ Lösungen sind weiterhin für Limiten auf Risiken mit Grade 1-5 möglich

29.04.2020 – Freischaltung Euler Hermes SmartView:

Im Rahmen unserer Policenanpassung bieten wir Ihnen Euler Hermes SmartView zur kostenlosen Nutzung bis Ende 2020 an.

SmartView ist ein Onlinedienst zur Risikoüberwachung. Er verschafft Ihrem Unternehmen sofortige Transparenz über alle Kreditlimite und ermöglicht Ihnen das aktuelle Euler Hermes Grade ihres Kundenportfolios zu überprüfen. SmartView bietet Ihnen ausserdem Zugang zu einer Reihe von Risikoberichten und Analysen.

Die Freischaltung für unseren Onlinedienst SmartView erfolgt sukzessive. Sie haben vielleicht schon das neue Symbol in Ihrem EOLIS-Account oben links bemerkt.

Finden Sie bitte eine kurze Anleitung für SmartView zum Herunterladen

R+V

16.04.2020

In dieser schwierigen Zeit stehen wir Ihnen mit unserer R+V-Warenkreditversicherung als verlässlicher Partner zur Seite und unterstützen Ihr Unternehmen bei der Bewältigung dieser Krise.

Als Kreditversicherungsunternehmen sind wir uns unserer Verantwortung bewusst.

Wie bereits im Krisenjahr 2008 haben wir uns entschlossen, unsere bereits eingeräumten Versicherungssummen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Pauschale branchen- oder länderbezogene Aufhebungen und Reduzierungen Ihrer Versicherungssummen gab es bei uns bisher nicht und wird es auch in der aktuell schwierigen Situation nicht geben.

Von Ihnen neu angefragte Versicherungssummen prüfen und entscheiden wir nach wie vor individuell. Es gibt keinen pauschalen Zeichnungsstopp.

Ebenso stehen wir mit unserer R+V-Warenkreditversicherung auch weiterhin dem Markt in gewohntem Umfang für Neuabschlüsse zuverlässig zur Seite.

Handelt es sich bei der Corona-Pandemie um eine Naturkatastrophe/höhere Gewalt o.ä. im Sinne der AVB, so dass hierfür kein Versicherungsschutz besteht?

Bei der Corona-Pandemie handelt es sich nicht um eine Naturkatastrophe im Sinne unserer AVB. Auch liegt keine höhere Gewalt oder eine „Behinderung des Waren- und Zahlungsverkehrs durch Behörden oder staatliche Institutionen“ im Sinne unserer AVB vor. Die aktuell geltenden Einschränkungen betreffen den Waren- und Zahlungsverkehr nur mittelbar, so dass auf dieser Grundlage der Ausschluss nicht vorliegt.

Sind Zahlungszielverlängerungen möglich, ohne dass der Versicherungsschutz hierdurch gefährdet ist?

Vielfach helfen Sie Ihren Kunden bereits mit der Verlängerung der Zahlungsziele. Diese Maßnahmen unterstützen wir ausdrücklich und stellen dadurch sicher, dass Sie durch die Verlängerung der Zahlungsziele nicht Ihren Versicherungsschutz verlieren.

Für Forderungen mit einem ursprünglichen Fälligkeitsdatum zwischen dem 01.03.2020 und dem 30.06.2020 können Sie bei Bedarf das ursprüngliche Fälligkeitsdatum einmalig um maximal zwei Monate verlängern.

Um Ihnen hier die größtmögliche Flexibilität im Rahmen Ihrer versicherungsvertraglichen Vereinbarungen zu geben, verlängern wir darüber hinaus die im Versicherungsvertrag genannte Frist zum maximalen Zahlungsziel für diese Forderungen ebenfalls um zwei Monate.

Anmerkung GfK: Die Fristen für den Eintritt des automatischen Risikoausschlusses (also die automatische Beendigung des Versicherungsschutzes für neue Lieferungen/Leistungen), für die Schadenmeldung sowie für den Inkassoauftrag verschieben sich entsprechend und beginnen somit erst ab der neuen Fälligkeit.

Das Gesetzespaket, das am Freitag, den 27.03.2020 den Bundesrat passiert hat, wird einige Änderungen im gewohnten Wirtschaftsleben mit sich bringen. Verbraucher und Kleinstunternehmen (bis max. 10 Mitarbeiter und max. 2 Mio. EUR Umsatz) erhalten in wesentlichen Dauerschuldverhältnissen, die vor dem 08.03.2020 abgeschlossenen wurden, bis zum 30.06.2020 ein Zurückbehaltungsrecht, soweit eine Leistung aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich und die Zurückbehaltung für den Gläubiger zumutbar ist. Diese Regelung kann vom Gesetzgeber bis zum 30.09.2020 verlängert werden. Wie wirkt sich dieses Zurückbehaltungsrecht auf die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) aus?

Soweit sich Ihr Kunde auf ein ihm zustehendes Zurückbehaltungsrecht beruft, ist die Forderung im Sinne der AVB eine bestrittene Forderung mit der Folge, dass

  • aus dieser Forderung keine negative Zahlungserfahrung entstehen kann,
  • die Frist zur negativen Zahlungserfahrung und zum Eintritt des Nichtzahlungstatbestands nach Ablauf der gesetzlichen Frist erneut zu laufen beginnt und
  • die Forderung aufgrund des bestehenden Zurückbehaltungsrechts während des vom Gesetzgeber festgelegten Zeitraums nicht entschädigt werden kann. Bleibt die Zahlung auch nach Ablauf dieses Zeitraums aus, kann die Forderung als Ausfall gemeldet werden.

Erläuterung R+V: Der Begriff des Zurückbehaltungsrechts stammt aus dem Gesetz und meint, dass der Schuldner das Recht hat, die Leistung, also hier die Zahlung, zurückzuhalten. Dieses Recht gilt aber nur für wesentliche Dauerschuldverhältnisse. Ein Dauerschuldverhältnis ist ein Schuldverhältnis, das auf wiederkehrende, sich über einen längeren Zeitraum wiederholende Leistungen und Gegenleistungen gerichtet ist und nur einmal in einem Vertrag vereinbart werden muss (Bsp. Stromliefervertrag). Wesentliche Dauerschuldverhältnisse nach dem Gesetz sind solche, die zur Eindeckung mit Leistungen zur angemessenen Fortsetzung des Erwerbsbetriebs erforderlich sind.

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