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A

Anbietungs-/ Antragsgrenze

Die Anbietungsgrenze ist ein individuell im Versicherungsvertrag festgelegter Betrag, der eine Abgrenzung der innerhalb des Versicherungsrahmens eingeschlossenen Kunden formuliert. Der Wert liegt in der Praxis meist zwischen 5.000€ und 10.000 €.
Der Versicherungsnehmer muss alle Kunden, die einen O/P-Saldo zu einem bestimmten Zeitpunkt (meist Monatsende) in Höhe mindestens dieses Volumens ausweisen, dem Kreditversicherer zur Festlegung eines versicherten Kreditlimits benennen (Andienungspflicht). Unterhalb der Anbietungsgrenze kann fakultativ eine sog. Pauschaldeckung vereinbart werden.<br/><br/>Von Bedeutung bei der Festlegung der Anbietungsgrenze ist aus Sicht des versicherten Unternehmens vor allem das individuelle Risikokonzept, d.h. die Bereitschaft, bis zu welcher Höhe Schäden im eigenen Risiko verbleiben sollen, und auch der Verwaltungs- und Kostenaufwand.

Ausfallrisiko

Hierunter versteht man die Gefahr des teilweisen oder vollständigen Verlustes von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eines Unternehmens. Wesentliche Ursachen hierfür sind Insolvenzen von Kunden, mangelnde Zahlungswilligkeit oder auch andere Faktoren (wie z.B. Wirtschaftskriminalität). Im Exportgeschäft kommen neben den wirtschaftlichen Ausfallrisiken vielfältige politisch bedingte Gefahren hinzu, wie z.B. kriegerische Ereignisse oder Transferrisiken.<br/><br/>Die Ausfallrisiken sind für Kreditgeber weltweit sehr hoch. Je nach Struktur des Forderungsbestandes. Z.B. bei hohen Außenständen mit wenigen Kunden, kann ein größerer Forderungsausfall die Liquidität und den Ertrag, möglicherweise aber auch die Existenz eines Unternehmens ernsthaft bedrohen.

Ausfuhrkreditversicherung

Innerhalb der Ausfuhrkreditversicherung (AKV) werden Forderungen aus grenzüberschreitenden Exportgeschäften von Warenlieferungen und Dienstleistungen übernommen. Die private Kreditversicherung, wie sie in Deutschland z.B. von der Coface Deutschland, Atradius oder Euler Hermes Kreditversicherungs-AG (privat) angeboten wird, konzentriert sich auf die Absicherung der wirtschaftlichen Risiken (vorwiegend Insolvenzen), wobei einige Versicherer (z.B. Atradius) auch politische Risiken in zahlreichen Ländern einschließen.<br/><br/>Bei der staatlichen AKV (Euler Hermes-Deckung) stehen die politischen Risiken im Vordergrund.Die potenziellen wirtschaftlichen Ausfallrisiken sind ebenfalls in den Policen eingeschlossen.

Ausschlussfrist

Wenn die in der Kreditversicherung festgelegte Ausschlussfristüberschritten wurde, ist der Versicherungsschutz für alle zukünftigen Forderungen beendet, es sei denn, der Versicherungsnehmer hat mit dem Versicherer eine andere Frist vereinbart.

B

Bankauskünfte

Bankauskünfte gehören zu den wichtigsten Informationsquellen zur Beurteilung der Bonität von Kunden. Sie können von Lieferanten oder sonstigen Gläubigern bei berechtigtem Interesse mittels der eigenen Hausbank angefordert werden.<br/>Folgender Hintergrund ist zu beachten:<br/><br/>Ein Kreditinstitut ist berechtigt,über Geschäftskunden (juristische Personen und Kaufleute, die im Handelsregister eingetragen sind) Bankauskünfte zu erteilen, sofern ihm keine anders lautende Weisung des Kunden vorliegt. Wenn ein Kunde ausdrücklich gebeten hat, keine Informationen weiterzugeben, muß sich das Institut daran halten. Bankauskünfte über Privatkunden (alle sonstigen Personen und Vereinigungen) erteilt die Bank nur dann, wenn diese allgemein oder im Einzelfall ausdrücklich zugestimmt haben. Bankauskünfte sind allgemein gehaltene Feststellungen und Bemerkungen über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden, seine Kreditwürdigkeit und Zahlungsunfähigkeit.<br/><br/>Betragsmäßige Angaben über Kontostände, Sparguthaben, Depot- oder sonstige einem Kreditinstitut anvertraute Vermögenswerte sowie Kreditinanspruchnahme werden nicht gemacht.
Bankauskünfte erhalten nur eigene Kunden sowie andere Kreditinstitute für deren eigene Zwecke und die ihrer Kunden.

Beitragsberechnung in der Kreditversicherung

Je nach vertraglicher Vereinbarung melden die Versicherungsnehmer (VN) zur Prämienberechnung ihre versicherten Salden gemäß OP-Liste (Saldenvertrag) bzw. ihren versicherten Umsatz (Umsatzvertrag) dem Kreditversicherer.<br/><br/>Beim Saldenvertrag nennt der VN mittels seiner Saldenliste die offenen Posten für jeden seiner versicherten Kunden, i. d. R. zum Ultimo eines jeden Monats. Zusätzlich meldet er bei bestehender Pauschalversicherung die offenen Posten der unbenannten Kunden in einer Summe. Die Prämie errechnet sich aus der Summe der gesamten offenen Posten und einem individuell kalkulierten Prämiensatz.<br/><br/>Beim Umsatzvertrag informiert der VN seinen Versichererüber seine versicherten Umsätze zum Monatsende, i. d. R. nach Inlands- und Auslandsumsätzen getrennt.
Auf die Prämie wird zusätzlich Versicherungssteuer erhoben. Für die ständige Bonitätsüberwachung der benannten Kunden werden Prüfungsgebühren (zzgl. MwSt.) berechnet.

Bonität/Bonitätsprüfung

Bezeichnung für die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, vor allem die Fähigkeit, laufende Zahlungsverpflichtungen vereinbarungsgemäß zu erfüllen.
Qualifizierte Bonitätsprüfungen verlangen eine Vielfalt von aussagefähigen und aktuellen Informationen. Zu den externen Informationsquellen für einen Kreditgeber gehören u.a. Berichte der Auskunfteien und Kreditinstitute, Handelsregister und Presseberichte.<br/><br/>Auch die Beobachtung der Zahlweise eines Kunden und Berichte des Außendienstes sowie eine kritische Bewertung des Managements können wichtige Elemente für einen Check-up der Bonität eines Unternehmens sein. Bei Vorliegen von Jahresabschlusszahlen – vor allem mehrerer Jahre – sind diese eine wichtige Quelle für die Beurteilung. Allerdings verlangt die richtige Analyse der vorliegenden Zahlen besondere Fachkenntnis.<br/><br/>Eine professionelle Bonitätsprüfung wird von den Kreditinstituten und den Kreditversicherern durchgeführt. Letztere verfügen neben den bekannten Informationsquellen über weitere risikoentscheidende Hintergrundfakten, wie z.B. das Zahlungsverhalten eines Kunden gegenüber einer Vielzahl von Lieferanten, Auswertungen intensiver Bonitätsgespräche vor Ort und vergleichende Datenanalysen sowie betriebs- und volkswirtschaftliche Analysen.

D

Delkredere

Hierunter versteht man die Haftung für einen Forderungsverlust eines Gläubigers durch die Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners. Der Delkrederegeber verpflichtet sich einem Lieferanten gegenüber, dass ein Kunde seine finanziellen Verpflichtungen aus dem abgeschlossenen Geschäft erfüllt.<br/><br/>Die Risiken durch das Delkredere werden in der Praxis vor allemübernommen von zentralregulierenden Einkaufsgesellschaften (oft auch „Delkrederegesellschaften“, Kontore genannt), durch Factoring oder eine Kreditversicherung.<br/><br/>Voraussetzung für die Übernahme des Ausfallrisikos ist eine eingehende Analyse der Bonität des Schuldners von Seiten des Delkrederegebers.

E

Entschädigungsfranchise

Der festgelegte Betrag wird in jedem Fall vom VN selbstübernommen, egal wie hoch der aus dem Forderungsausfall entstandene Schaden ist.

Entschädigungsleistung

Eine Entschädigungsleistung ist die vom Versicherer ausbezahlte Summe bei einem Forderungsausfall.

F

Fabrikationsrisiko (Absicherung in der Kreditversicherung)

Produziert der Versicherungsnehmer Sonderanfertigungen, die bei einem Forderungsausfall nicht anderweitig verwertet werden können, sollte die vertragliche Klausel des Fabrikationsrisikos vereinbart werden. Sie kommt zum Zuge, wenn der Abnehmer (Risiko) bereits vor der Rechnungsstellung des Versicherungsnehmers für diese Sonderanfertigung insolvent wird, also bevor überhaupt eine vertragliche Forderung entstanden ist.<br/><br/>Der Versicherer ersetzt im Schadenfall alle bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen Einzel- und Gemeinkosten, die diesem Gut zuzurechnen sind (bzw. es wird ein Schätzwert ermittelt). Der entgangene Gewinn wird nicht entschädigt.<br/><br/>Das Fabrikationsrisiko entsteht zu dem Zeitpunkt, in dem das hergestellte Gut zur Sonderanfertigung wird. Wenn das fertig produzierte Spezialgut ausgeliefert und die Rechnung erstellt ist, wird das Fabrikationsrisiko zum Delkredererisiko.

Forderungsausfall

Die offene Rechnung eines Kunden, die er aus Gründen der Insolvenz oder vorübergehender Illiquidität nicht bezahlen kann.

Franchise

Eine Franchise ist eine zusätzliche im Vertrag festgelegte Selbstbeteiligung.

G

Garantierte Mindestprämie

Die Mindestprämie ist die mindestens zu zahlende Jahresprämie. Die tatsächliche Prämie setzt sich aus den monatlich gemeldeten Salden bzw. Umsätzen zusammen. Bei einer Festprämie ist diese Prämie identisch mit der Mindestprämie.

H

Höchstentschädigung

Vertraglich festgelegte Obergrenze der Gesamthöhe des Versicherungsschutzes. Als Richtwert gilt das 20-fache der Jahresnettoprämie.

I

Inkasso

Unter dem Begriff Inkasso versteht man nach rechtlicher Definition die„Einziehung fremder oder zu Einziehungszwecken abgetretener Forderungen, die geschäftsmäßig betrieben wird“. Es kann sich hierbei um Rechnungen, Wechsel, Schecks oder andere fällige Forderungen handeln.

Inkassoauftrag

Einen Inkassoauftrag stellt der Versicherungsnehmer, wenn eine offene Forderung (Rechnungen, Wechsel oder Schecks) von dem Inkassounternehmen eingezogen werden sollen bzw. muss, um den Versicherungsschutz zu erhalten.

Insolvenz

Hierunter wird das auf Mangel an Zahlungsmitteln basierende, nach außen erkennbare, voraussichtlich dauernde Unvermögen einer Firma oder Privatpersonen verstanden, ihre fälligen finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Folge hiervon ist die Zahlungseinstellung.

K

Kreditlimit

Das Kreditlimit ist eine wichtige Kennzahl, um die Einstufung der Bonität eines Kunden oder Landes darzustellen. Hierunter fallen vorrangig:
offene Kundenforderungen, bei denen keine erstklassigen Sicherheiten bestehen
das offene Bestellvolumen, wenn dieses vom Lieferanten bestätigt worden ist
die Fabrikationskosten, soweit es sich um eine kundenspezifische Fertigunghandelt
Auch sind, falls zutreffend, Konsignationslager in das Kreditlimit einzubeziehen, da diese i. d. R. in der Verfügungsgewalt des Kunden liegen und deshalb ebenfalls ein wirtschaftliches Risiko darstellen.

Kreditziel (Kreditversicherung)

Im Versicherungsvertrag wird entsprechend denüblichen Zahlungsvereinbarungen des Versicherungsnehmers mit seinen Kunden ein Äußerstes Kreditziel festgelegt.
Dieses ist eine Vereinbarung zwischen dem Versicherer und dem Versicherungsnehmer zur Regelung der maximalen Dauer, die der Versicherungsnehmer seinen Kunden als Zahlungsziel (vom Tageder Fakturierung an) einräumen darf, um den Versicherungsschutz zu gewährleisten.

Das generelle äußerste Kreditziel kann in Ausnahmefällen für einzelne Risiken verkürzt (z. B. bei Zweifeln an der Bonität) oder verlängert (z.B. bei Ausstellungsobjekten) werden. Eine der wichtigsten Obliegenheiten des Versicherungsnehmers ist die unverzügliche schriftliche Meldung bei einer Überschreitung – bzw. bereits bei vorzeitiger Erkennung - des Kreditziels. Für den Kreditversicherer ist diese Meldung ein wesentlicher Baustein der laufenden Bonitätsüberwachung von versicherten Kunden (Risiken). Bereits bei Erkennen einer Kreditzielüberschreitung endet der Versicherungsschutz automatisch für alle weiteren Lieferungen und Leistungen an diesen Abnehmer, es sei denn, der Versicherer bestätigt den Fortbestand des Versicherungsschutzes. Für einen evtl. Fortbestand des Versicherungsschutzes ist entscheidend, ob der Grund für die Zahlungsverzögerung z.B. in einer Mängelrüge oder in ernsthaften Liquiditätsschwierigkeiten begründet ist.

L

Liquidität

Hierunter versteht man die Fähigkeit eines Unternehmens, alle notwendigen Zahlungen in der vorgesehenen Frist zu leisten. Die Liquidität ist gewahrt, wenn genügend flüssige Mittel (liquide Mittel) für den laufenden Zahlungsverkehr vorhanden sind und zur Erfüllung zukünftiger Zahlungsverpflichtungen ausreichende, fristgerecht realisierbare Vermögenswerte bereitstehen.
Durch die Aufnahme von Bankkrediten, die Diskontierung von Wechseln, ein optimales Forderungsmanagement oder durch Factoring kann die Liquidität erhöht werden.

M

Mahnung/Mahnverfahren

Hierunter wird die Aufforderung eines Gläubigers an einen Schuldner verstanden, eine ausstehende Forderung zu begleichen. Dies ist meist mit der Absicht verbunden, den Kunden in Verzug zu setzen. Die Mahnung unterliegt keinen formalen Voraussetzungen. Sie kann per Telefon, Fax, E-mail, mündlich vor Ort oder schriftlich erfolgen. Um dasMahnen nachzuweisen, empfiehlt sich allerdings die Schriftform – in sehr wichtigen Fällen auch in Form eines Einschreibebriefs oder Einwurfeinschreibens, evtl. auch mit Zustellungshilfe eines Gerichtvollziehers.

Maximales Zahlungsziel

Unter einem maximalen Zahlungsziel versteht man den Zeitraum, in dem gewöhnlich die Zahlung erfolgt sein sollte. Dies ist vertraglich geregelt. In den meisten Fällen beträgt das maximale Zahlungsziel 180 Tage. Wenn innerhalb dieses Zeitraums keine Zahlung erfolgt, ist der Kreditversicherer darüber zu informieren.

Mindestselbstbeteiligung

Wird die Höhe des festgelegten Betrags durch die prozentuale Selbstbeteiligung gedeckt, fallen für den Versicherungsnehmer keine weiteren Kosten an. Wird die Höhe des Betrages nicht gedeckt, muss der Versicherungsnehmer die noch fehlende Summe zusätzlich tragen.

O

Obliegenheiten (Kreditversicherung)

Wesentliche Voraussetzung für den Versicherungsschutz ist neben der Hauptpflicht zur Prämienzahlung die Einhaltung gesetzlicher und vertraglicher Nebenpflichten aus dem Versicherungsvertrag.
Eine Verletzung dieser Obliegenheiten führt regelmäßig zur Leistungsfreiheit des Versicherers, ohne dass es einer besonderen Kündigung bedarf. Obliegenheiten dienen der Vermeidung ungünstiger Entwicklungen des versicherten Risikos und regeln einen ordnungsgemäßen Vertragsverlauf.
Die wichtigsten Obliegenheiten in der privaten Kreditversicherung sind:<br/><br/>- Anbietungspflicht benannter Kunden<br/>- rechtzeitige und ordnungsgemäße Salden- und/oder Umsatzmeldung zur Prämienberechnung<br/>- Meldung von Kreditzielüberschreitungen, Überfälligkeit<br/>- Anzeigepflichten bei Bonitätsverschlechterungen von Kunden<br/>- rechtzeitige Schadenanzeige<br/>

P

Protracted Default

Protracted Default heißt auf Deutsch soviel wie vorgezogener Versicherungsfall und bedeutet, dass der Versicherungsfall zu einem im Vertrag vorgesehenen Zeitpunkt eintritt, unabhängig vom Nachweis der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners.

Prämie

Es gibt drei Arten von Prämien:<br/>1. Die Jahresprämie (Festprämie)<br/>Die Festprämie wird auf Basis des Jahresumsatzes für die gesamte Vertragslaufzeit errechnet. Vorteil: steigender Umsatz, gleiche Prämie<br/><br/>2. Die Umsatzprämie<br/>Jahresprämie durch Schätzung des Jahresumsatzes. Jahresabrechnung durch Rückerstattung oder Nachzahlung.<br/><br/>3. Die Saldenprämie<br/>Die Saldenprämie ist eine monatliche Prämie auf Basis der Außenstände/Salden.<br/>Vorteil: genaues Preisleistungsverhältnis

R

Rabatte

Rabatte können individuell vereinbart werden und werden in Abhängigkeit zur Schadensquote gesetzt.

Risiko (Fabrikationsrisiko)

Produziert der Versicherungsnehmer Sonderanfertigungen, die bei einem Forderungsausfall nicht anderweitig verwertet werden können, sollte die vertragliche Klausel des Fabrikationsrisikos vereinbart werden.<br/><br/>Sie kommt zum Zuge, wenn der Abnehmer (Risiko) bereits vor Rechnungsstellung des Versicherungsnehmers für diese Sonderanfertigung insolvent wird, also bevor überhaupt eine vertragliche Forderung entstanden ist.

S

Selbstbeteiligung

Die Selbstbeteiligung definiert den Anteil am Schadensfall, den der Versicherungsnehmer selbst zu tragen hat. Bei einem Schadensfall werden ca. 60 bis 85% der Summe von der Kreditversicherungübernommen. Die restlichen 15 bis 40% werden als Selbstbeteiligung von den Versicherungsnehmern selbst übernommen.

Selbstprüfungsgrenze

Ist ein festgelegter Betrag an Warenlieferungen bis zu dem es dem Versicherungsnehmer gestattet ist seine Kunden anhand festgelegter Kriterien selbst zu prüfen.

U

Unbenannte Kunden

Unbenannte Kunden sind Kunden, welche mit in die Selbstprüfungsgrenze hineinfallen, d.h. die Kunden die der Versicherungsnehmer selbst prüfen kann.

V

Versicherungsfall in der Kreditversicherung

Der„klassische“ Versicherungsfall in der Warenkredit- und Ausfuhrkreditversicherung tritt mit der Zahlungsunfähigkeit (Insolvenz) des Kunden ein.

Versicherungssumme/Kreditlimit

Die Erteilung des Kreditlimits erfolgt nach vollzogener Bonitätsprüfung des Risikos und der Kreditentscheidung beim Kreditversicherer durch die Übersendung eines Einschlussdokuments an den Versicherungsnehmer. Das Ergebnis führt zur Festlegung eines Kreditlimits durch den Versicherer. Je nach Ergebnis der Bonitätsprüfung können hierbei folgende Kreditentscheidungen getroffen werden:

- Das Kreditlimit wird uneingeschränkt erteilt.
- Es erfolgt eine eingeschränkte Limitentscheidung im Hinblick auf Kredithöhe, Zahlungskonditionen, Selbstbeteiligung und sonstige Auflagen.
- Ablehnung des beantragten Versicherungsschutzes.
- Möglich ist in einigen Fällen auch die Einräumung einer Vorabentscheidung bis zur endgültigen Limitfestlegung, damit der Lieferant bereits seine Geschäftsbeziehung aufnehmen kann.

Die formelle Kreditmitteilung erfolgt immer in Form eines Dokuments vom Kreditversicherer. Es benennt u.a. das Risiko, die Höhe des erteilten Kreditlimits, den Beginn des Versicherungsschutzes und das Kreditziel.

W

Warenabnahmerisiko

Dieses Risiko beinhaltet ein breit gefächertes Spektrum rund um die Tatsache, dass ein Geschäftspartner die bestellte Ware vertragswidrig nicht abnimmt. Zu den am meisten anzutreffenden Ursachen gehören insbesondere Zahlungsunfähigkeit oder –unwilligkeit, Transportschäden oder politisch bedingte Probleme sowohl im Abnehmer- als auch, wenn auch seltener, im Lieferland.

Ü

Überfälligkeitsfrist

Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, dieÜberfälligkeit seines Kunden innerhalb der Überfälligkeitsfrist (i. d. R. 30 Tage nach Fälligkeit) dem Versicherer zu melden.